...
Rote Lippen

Lippenstift

Er ist ein Muss für jede modebewusste Frau, ob früher in grellem, kreischendem Rot, oder so wie heute, in einer breit gefächerten Tonpalette sanfter bis tief dunkler Töne. Ob leicht schimmernd, eher matt oder verführerisch nass glänzend: Der Lippenstift!!! Der Lippenstift so wie wir ihn kennen, entstand im 19. Jahrhundert. Der älteste Fund, der auf das Färben von Lippen deutet, stammt allerdings aus dem Jahr 3500 v. Chr. Auch Königin Nofretete aus Ägypten wollte um 1350 v. Chr. nicht auf den rot geschminkten Kussmund verzichten.

In unserer Zeit machte die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt, eine Diva des späten 19. Jahrhunderts, den Lippenstift populär, als sie mit kirschrotem Mund auf der Bühne stand. In den goldenen Zwanzigern begann dann endgültig der Siegeszug des Lippenstifts. Designer hüllten das gute Stück in eine praktische Metallhülse mit Schiebemechanismus und machten den Lippenstift somit handtaschentauglich. Von dort war er ab da auch nicht mehr wegzudenken und wurde zum ständigen Begleiter der Frau.
Dabei dominierten anfangs eher kräftige Rottöne, die im Laufe der Zeit einer breiten Tonpalette wichen. Doch der Klassiker ist immer noch beliebt, frei nach dem Motto: "Rote Lippen soll man(n) küssen"!

Woher stammt jedoch der rote Farbton, den man oder eher gesagt Frau sich da auf die Lippen schmiert? Das wissen nämlich die Wenigsten. Früher wurden die roten Pigmente (Karmin) nämlich aus der Cochenille-Schildlaus gewonnen, die zu den Pflanzenläusen gehören. Diese wurden zu Tausenden künstlich gezüchtet um genug Farbstoff für die Lippenstiftproduktion gewinnen zu können. Aber die Damen können natürlich aufatmen: Heutzutage wird der rote Farbstoff auf andere Weise gewonnen. Zudem sind die Lippenstifte der neuen Generation sehr pflegend und halten sogar mäßigem Geknutsche stand. Wer dies allerdings ohne Chemie genießen will, muss bei Naturprodukten leider noch auf die "Kussechtheit" verzichten, doch die trendy Farbe im Gesicht lässt man sich ja trotzdem nicht nehmen, nicht wahr?!